Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Ein klares Signal gegen Rassismus

Gymnasium Freyung nun „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

 

(...) George Floyd oder Jacob Blake: Die erschütternden Bilder aus Amerika zeigten einmal mehr, dass Rassismus nach wie vor allgegenwärtig ist. Umso erfreulicher ist es, wenn sich Schüler Gedanken machen und mit dem sensiblen Thema auseinandersetzen.

Schüler des Gymnasiums Freyung haben deshalb ein Projekt gegen Rassismus gestartet. Wegen einer Auszeichnung in diesem Zusammenhang lud die Schule jüngst in die Aula ein. Dem Gymnasium wurde der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen. Dazu gab es von der Regionalkoordinatorin des Projekts Anja Wessely eine Urkunde und ein Schild mit Logo. Dieses soll nun an der Hauswand der Schule angebracht werden. Ehemalige Schüler am Gymnasium Freyung um Johannes Haintze, Lukas Eider und Maximilian Sammer trieben das Projekt in jüngerer Vergangenheit voran. Ideen und der Einsatz für höhere Werte und Frieden im weiteren Sinne – so beschrieb es die Schulleiterin Barbara Zethner – wurden bereits an die nächste Generation um Elena Putz, Lena Wagner und Lea Hackl (alle Q12) weitergegeben. Sie und ihre Mitschüler sollen nun diese Werte weitervermitteln. Mindestens 70 Prozent der Schulmitglieder mussten letztlich dafür stimmen, dass Freyung dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beitreten soll.

In der Kreisstadt waren es am Ende 90 Prozent, die dafür waren. „Ich bin stolz auf euch und hoffe, dass ihr die Begeisterung, mit der ihr unmittelbar vor Ausbruch von Corona eure Idee durchgeboxt habt und Ulrike Philipp-Rauscher als Mentorin überzeugt habt, fortführt“, so Zethner. Gleichzeitig suchten die Schüler nach Paten und fanden sie in Rita Hagl-Kehl (SPD), Staatssekretärin beim Bundesjustizministerium, sowie dem Akustik-Duo „The Double Trouble“.

„Demokratie ist wichtiger Teil des Lebens. Toleranz gehört hier mit dazu“, sagte Hagl-Kehl. Sie sei doppelt stolz, einerseits Patin des Projekts sein zu dürfen und andererseits auf die Schüler, die gegen Rassismus ein Zeichen setzen.

Auch der stellvertretende Landrat Franz Brunner ist begeistert, dass das Gymnasium Freyung diesen Titel jetzt bekommt. „Es ist völlig egal, ob ein Mensch aus Spanien, Italien, Frankreich oder Deutschland kommt“, so Brunner. Er erinnerte an Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Lebt das bitte und gebt es weiter“, so sein Appell an die Schüler.

„Double Trouble“ sprach sich auch klar gegen Rassismus aus. „Die Gesellschaft muss aufstehen und gegen Rassismus etwas unternehmen“. Deshalb rief das Duo auf: „Zeigt Courage“ und performte abschließend zwei Akustikversionen von „Black or White“ (Michael Jackson) sowie „Lean on Me“ (Bill Withers).

 

Lukas Zehendner (Artikel erschien in der Ausgabe der PNP vom 22.10.2020)